Eine Wette der etwas anderen Art

Es stand zum Ende der Hinrunde im Dezember 2012 nicht gut um den FCA, aber aufgrund der Erfahrung aus der Saison 2011/2012 bestand noch etwas Hoffnung auf den Klassenerhalt - auch wenn es noch nie ein Bundesligist geschafft hat, mit neun Punkten aus der Vorrunde die Klasse zu halten.

Irgendwie wollte ich unseren Verein (und mich selbst) deswegen herausfordern. Deshalb habe ich dem FCA am 15. März 2013 per E-Mail versprochen, im Fall des Klassenerhalts mit dem Fahrrad von meinem Wohnort (Garching an der Alz bei Altötting) zum nächsten Bundesliga-Heimspiel in der SGL arena zu radeln. Das sind genau 182 Kilometer.

Von FCA-Pressesprecher Dominik Schmitz kam dann bereits am 18. März 2013 die Antwort auf meine E-Mail: „Wir werden alles dafür tun, dass Sie mit dem Fahrrad zum ersten Spiel in der kommenden Saison radeln dürfen."

Tatsächlich wurde durch eine furiose Rückrunde sensationell die Klasse gehalten und ich bekam von Herrn Schmitz zwei Tage nach dem Klassenerhalt die Mitteilung: „Viel Spaß beim Training!"

Nun ja, Wettschulden sind Ehrenschulden!

Total unvorbereitet und 104 Kilo schwer startete ich ab Juni mein Training, rüstete mein Mountainbike auf und tat mir zunächst sehr schwer mit Steigungen. Durch die Zusage meiner beiden Neffen, Nils und Sören Hattensaur, zum Spiel mitzufahren, erhielt ich zusätzliche Motivation und als sich dann bei der Spielplanfestlegung herausstellte, dass es gegen Borussia Dortmund geht, war die Motivation ungebremst.

Am Freitag, 9. August 2013, war es dann soweit. Zehn Kilo leichter und mit zwei topfitten Jungs an meiner Seite fuhren wir die erste Etappe zum Campingplatz Ampersee bei Dachau-Olching (Distanz: 125 Kilometer). Die Fahrt begann um 8.00 Uhr morgens: Die ersten 60 Kilometer waren sehr erträglich, da das Wetter am Anfang perfekt war (wolkig und ca. 20 Grad). Die Tour ging über Mühldorf am Inn, Dorfen, Erding und Neufahrn. Hier waren Steigungen bis zu 14 Prozent zu bewältigen, aber mit dem Bundesligaspiel vor Augen war das kein Problem für uns. Ab Goldau schüttete es jedoch wie aus Eimern und wir mussten die restlichen 60 Kilometer zum Campingplatz in strömendem Regen bewältigen. Das warf uns natürlich etwas in der Zeit zurück und wir kamen daher erst um etwa 18.00 Uhr am Campingplatz an. Erschöpft aber glücklich stiegen wir von unseren Rädern.

Am nächsten Morgen waren dann ab 8.00 Uhr noch 60 Kilometer bis zur SGL arena zu bewältigen. Über Mammendorf, Althegnenberg, Merching und Königsbrunn führte uns unsere Route bis zur Spielstätte des FCA. Ein Sturz bei Mammendorf und die zwickende und überbelastete linke Achillessehne konnten mich nicht aufhalten, meine jüngeren Neffen waren sowieso nicht aufzuhalten.

Mit einigen Unterbrechungen kamen wir also um 12.45 Uhr an der SGL arena an, wo wir bereits von zwei unserer Freunde in Empfang genommen wurden. Der Rest rechnete mit einer späteren Ankunft und so sahen wir uns alle gemeinsam beim Spiel im Stadion.

Dieses Ereignis werde ich nie vergessen und verspreche, dass ich die Tour bei abermaligem Klassenerhalt wiederholen werde!

Rot-Grün-Weiße Grüße,
Ronald Hattensaur